Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung nicht allein lassen


„Kinder und Jugendliche müssen bestmöglich geschützt und unterstützt werden. Vor Gewalt, vor Erniedrigung und allem was ihre Entwicklung einschränkt“, so der kinder- und jugendpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Tobias von Pein in der aktuellen Debatte im schleswig-holsteinischen Landtag. Wenn Kinder und Jugendliche aus den verschiedensten Gründen in Heimen oder anderen Jugendhilfemaßnahmen untergebracht werden, dann haben sie ein besonderes Schutzbedürfnis. Neben dem pädagogischen Fachpersonal sieht von Pein auch den Staat in der Verantwortung. Dieser müsse genau hinsehen und unterstützen. Die Einrichtung einer Beschwerdestelle beim Land sei daher genau der richtige Schritt gewesen. Rund 700 Eingaben und Hilfeersuche wurden bisher an die Stelle gerichtet.

Eine gängige Praxis ist die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen mit Sitz in anderen Bundesländern. „Das Prinzip ‚Schön weit weg an die frische Luft an der Nordsee‘; da machen es sich manche zu einfach. Wir wollen, dass die jungen Menschen wohnortnah untergebracht und nicht quer durch Deutschland geschickt werden. Das muss der neue Grundsatz werden“, so der Abgeordnete von Pein.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert die schleswig-holsteinische Landesregierung auf, sich bei der Jugend- und Familienkonferenz der Länder verstärkt für Kinder und Jugendliche in stationären Hilfeeinrichtungen einzusetzen. „Es muss darum gehen, länderübergreifende Lösungen zu finden“, so von Pein. Konkret wollen die Sozialdemokrat*innen, dass Mitarbeiter*innen von Heimen mit einer sogenannten Tätigkeitsuntersagung in einer deutschlandweiten Datenbank erfasst werden. Außerdem sollen Jugendämter, die Kinder- und Jugendlichen öfter besuchen müssen, wenn sie diese in anderen Bundesländern unterbringen wollen.

Zudem soll das schleswig-holsteinische Schulgesetz geändert werden. Bisher haben Kinder und Jugendliche keine Schulpflicht in Schleswig-Holstein, wenn ihre melderechtliche Hauptwohnung in einem anderen Bundesland liegt. Dies betrifft in Schleswig-Holstein fast 3000 Kinder und Jugendliche. „Wir wollen, dass diese jungen Menschen im öffentlichen Schulsystem beschult werden. Nur so haben wir sie im Blick. Nur so können sie nicht aus dem System herausfallen oder ausgeklinkt werden“, sagt Tobias von Pein und betont: „Das Wohl der Kinder und Jugendlichen steht für uns immer im Mittelpunkt.“