30. April: Tag der gewaltfreien Erziehung

Tobias von Pein

Gewaltfreie Erziehung in Zeiten von Corona: „Gerade jetzt heißt es einmal mehr hinzuschauen!“

Gewalt hat nie etwas in der Erziehung zu suchen. Egal auf welche Art Kinder um ihr Recht auf ein gewaltfreies Aufwachsen gebracht werden – sei es durch körperlich, seelisch oder sexualisiert Gewalt oder durch Vernachlässigung – wir dürfen das niemals tolerieren. Das gilt für uns alle.

Dieser Tage ist es besonders wichtig, nicht wegzuschauen. Durch die Corona-Pandemie sind derzeit alle Familien hohen Belastungen ausgesetzt – auch solche Familien, bei denen es vorher noch keine größeren Probleme gegeben hat. Die Belastungen durch Homeoffice oder Existenzängste bringen für viele Familien Konfliktsituationen, die sie so noch nicht kannten. Da besteht schneller die Gefahr, dass bei den Erwachsenen eine Sicherung durchbrennt. Bevor das passiert, sollten Hilfsangebote wahrgenommen werden. Zum Beispiel gibt es die „Nummer gegen Kummer“ – eine für die Eltern; eine für die Kinder. Wenn Freunde oder Nachbarn mitbekommen, dass es in Familien Probleme gibt, sollten sie Unterstützung anbieten. Dazu kann auch gehören, externe Hilfe zu vermitteln oder entsprechende Fälle zu melden.

Telefon-Beratung bei Sorgen und Nöten (Nummer gegen Kummer e.V.)

Das Kinder- und Jugendtelefon
0800 111 0 333 – Beratungszeiten: montags bis samstags 14 bis 20 Uhr

Das Elterntelefon
0800 111 0 550 – Beratungszeiten: montags bis freitags 9 bis 11 Uhr, dienstags und donnerstags 17 bis 19 Uhr

Ich unterstütze die Forderung des Deutschen Kinderschutzbundes ausdrücklich, die Bedürfnisse der Kinder in den Fokus zu rücken. Momentan sehe ich da in der politischen Debatte, ebenso wie der Deutsche Kinderschutzbund, eine Schieflage in der Debatte. Kinderrechte sind um ein Vielfaches wichtiger als Debatten um verkaufsoffene Sonntage oder die Aufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga.

Hintergrund: Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Den Tag der gewaltfreien Erziehung gibt es in Deutschland bereits seit 16 Jahren. Er verweist darauf, dass es eine gesellschaftliche Aufgabe ist, Kindern ein gewaltfreies Heranwachsen zu ermöglichen.

Pressemitteilung Kinderschutzbund DKSB (27.04.2020) / hier klicken: Kinder in der Corona-Pandemie – 20 Jahre Recht auf gewaltfreies Aufwachsen

Ein Hilfsangebot / hier klicken: „Nummer gegen Kummer“ (Nummer gegen Kummer e.V.) auch Online-Beratung

Meldung des BMFSFJ (31.03.2020) / hier klicken: „Kinder und Jugendliche vor Missbrauch und Gewalt schützen“ (mit Hinweisen auf verschiedene Hilfsnagebote)