Ein funktionierender Rettungsdienst gehört zur Daseinsvorsorge


Sommertour von Ralf Stegner: Besuch bei der Integrierten Regionalleitstelle Süd und dem Rettungsdienst Stormarn

Zusammen mit unserem SPD-Fraktionsvorsitzenden im schleswig-holsteinischen Landtag, Ralf Stegner, habe ich die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS Süd) in Bad Oldesloe sowie den Rettungsdienst-Verbund Stormarn in Bargteheide besucht. Ralf Stegner veranstaltet jedes Jahr im Sommer eine Tour, bei der er zusammen mit seinen Kollegen vor Ort Menschen trifft und sich informiert. Dieses mal fand die Tour unter dem Motto „Daseinsvorsorge nach Corona“ statt.

„Dieses Jahr habe ich mir auf meiner Sommertour die Zeit genommen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die den Laden am Laufen halten oder in den vergangenen Wochen besonderen Belastungen ausgesetzt waren. Wie unter einem Brennglas zeigt sich in der Krise der Wert einer starken und verlässlichen Daseinsvorsorge.“

Ralf Stegner

Zur Daseinsvorsorge gehören viele Dinge: das Verkehrs- und Beförderungswesen, Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Müllabfuhr, Abwasserbeseitigung, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Krankenhäuser, Friedhöfe, Schwimmbäder, Feuerwehr usw. (Infrastruktur). Größtenteils handelt es sich dabei um Betätigungen, die von kommunalwirtschaftlichen Betrieben oder im Auftrag der Kommunen wahrgenommen werden. Alle diese Aufgaben sind von herausragender Bedeutung für das Wohl der Allgemeinheit. Dies spüren wir vor allem in Krisenzeiten.

Ein gut funktionierender Rettungsdienst ist eine der Säulen einer guten Daseinsvorsorge: Von der Alarmierung bis ins Krankenhaus. Ohne die wertvolle Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Rettungsleitstellen und bei den Rettungsdiensten wären wir alle furchtbar aufgeschmissen. Die machen einen echt guten und wichtigen Job. Rettungsdienste sind übrigens ein Berufsfeld in dem noch nach Kolleginnen und Kollegen gesucht wird.

Besuch bei der Integrierten Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe: v.l.n.r.: Dr. R. Stegner (MdL), T. v. Pein (MdL), C. Horn (Fachdienstleiter IRLS Süd), K. Lichte (Operativ-Taktische Leitung & stellv. Leiter Leitstelle) © S. Wenk (IRLS Süd).

Die IRLS Süd ist für die Kreise Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg zuständig – also ein riesiges Gebiet mit vielen Einwohnern und einer großen Anzahl von Touristen. Jedes mal, wenn man aus einem der Kreise bei der 112 anruft, landet man dort. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Rettungsdienst Stormarn haben es da schon ein wenig überschaubarer. Aber auch sie decken mit ihren Wachen eine große Fläche und eine Vielzahl von Menschen im Kreis Stormarn und angrenzenden Gebieten ab. Von Reinfeld bis Reinbek. Das ist schon beachtlich.

Beeindruckt hat uns das Engagement, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermittelt haben. Sie sind hoch motiviert, die Hilfe- und Rettungsstrukturen zu verbessern. Richtig gut fand ich die App „Meine Stadt Rettet“. Die App ist in das System der Regionalleitstelle Süd integriert. Wenn ein Verdacht auf einen Herz-Kreislaufstillstand in der Leitstelle in Bad Oldesloe gemeldet wird, werden parallel die lokal verfügbaren Ersthelfer und Ersthelferinnen mit der App alarmiert. So können wertvolle Minuten gewonnen werden. Anmelden kann sich in der App, wer einen aktuellen Erste-Hilfe-Schein hat. Aus dem Gespräch nehme ich mit, dass die App noch besser beworben werden muss. Ich will schauen, was die Landespolitik dazu beisteuern kann. Vielleicht kann das Land einen Teil der Finanzierung für die Werbung übernehmen.

Seit 2018 in Stormarn: Meine Stadt rettet

In den Gesprächen haben wir auch über weitere Verbesserungsvorschläge gesprochen und konnten einiges an Anregungen für die Landespolitik mitnehmen. Einer der Aspekte betrifft die Problematik einer fehlenden Aufnahmepflicht von Krankenhäusern im Rettungsdienstgesetz. Bisher ist es so, dass Krankenhäuser Patienten ablehnen können. Deshalb sind die Leitstellen längere Zeit damit beschäftigt, eine passende Klinik zu finden. Manchmal müssen die Patienten in entfernte Krankenhäuser gebracht werden, obwohl andere dichter wären oder das benötigte Spezialwissen für komplizierte Fälle hätten. Es kann nicht sein, dass wertvolle Zeit verloren geht, weil Kliniken Patienten nicht aufnehmen wollen. Wirtschaftliche Logiken dürfen nicht vor der Gesundheit von Menschen kommen.

Besuch beim Rettungsdienst – Verbund Stormarn GmbH / Rettungsdienst Stormarn gGmbH: v.l.n.r.: J. D. v. Elm (Wachleiter), R. Timmermann (Einsatzorganisation RD), A. Zander (Geschäftsführerin RVS/RDS), Dr. R. Stegner (MdL), T. v. Pein (MdL) © K. Steffens (Wahlkreismitarbeiter T. v. Pein)

Weitere Themen waren die Arbeitsbedingungen von Rettungskräften sowie betriebswirtschaftliche Effizienzmentalität im Gesundheitsbereich.

„Mein Kollege von Pein und ich nehmen die Anregungen gerne mit in die Landespolitik und werden uns für eine Verbesserung im Rettungswesen einsetzen. Eine gute Daseinsvorsorge rettet Leben – nicht nur in Corona-Zeiten.“

Ralf Stegner