Antisemitismus: Wachsam bleiben

Eine aktuelle Studie [1] zeigt, dass die Anzahl antisemitischer Vorfälle in Schleswig-Holstein im Jahr 2020 fast so hoch war wie im Jahr 2019. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass viele Orte, an denen in den vergangenen Jahren antisemitische Vorfälle gemeldet wurden, im letzten Jahr durch die Corona-Pandemie verschlossen blieben. Der von Rechten betriebene Antisemitismus bleibt also nicht nur auf einem hohen Niveau, sondern findet auch neue Ventile, um sein menschenverachtendes Gedankengut in den öffentlichen Raum (siehe Coronaleugnungsdemos) zu tragen. Es ist deshalb wichtig, wachsam zu bleiben, präventiv über Antisemitismus aufzuklären und antisemitische Vorfälle direkt zu melden. Die Bekämpfung von Antisemitismus gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Die Verantwortung liegt bei allen Akteur*innen. Jeder neue Vorfall ist einer zu viel.

[1] Studie von LIDASH Landesweite Informations- und Dokumentationsstelle Antisemitismus in Schleswig-Holstein (Link): AUSWERTUNG ANTISEMITISCHER VORFÄLLE IN SCHLESWIG-HOLSTEIN 2020

„LIDA-SH ist eine unabhängige Meldestelle für antisemitische Vorfälle in Schleswig-Holstein. Wir dokumentieren Vorfälle und werten sie strukturiert aus. Wir erfassen auch Vorfälle, die (noch) nicht bei der Polizei angezeigt wurden oder keinen Straftatbestand erfüllen. Informationen werden von uns grundsätzlich vertraulich behandelt.“ (Link): www.lida-sh.de