Straßennamen sind Ausdruck unserer heutigen Haltung

Tobias von Pein

Ehre, wem Ehre gebührt – Frenssen gebührt sie nicht! – Nicht nur in Ahrensburg stehen Straßennamen auf dem Prüfstand. Ein Beispiel aus Rendsburg.

Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Ulrich Hase, hat hundertprozentig Recht, wenn er feststellt, dass heute keine Straße und keine Einrichtung mehr nach Leuten wie dem völkischen Schriftsteller Gustav Frenssen benannt werden darf.

Es geht nicht um Bilderstürmerei. Es bleibt natürlich Aufgabe der Literaturgeschichte, sich mit dem Werk dieses auflagenstarken Autors kritisch auseinanderzusetzen.

Aber Frenssens nachhaltiges Engagement für den Nationalsozialismus, sein Antisemitismus und sein Eintreten für die sogenannte Euthanasie – also den Massenmord an Menschen mit Behinderungen – verbieten öffentliche Ehrungen. Und wenn Straßen nach jemandem benannt werden, bedeutet das eine positive Würdigung seines Lebenswerks.

Dessen ist Gustav Frenssen nicht wert. Es sollte deshalb keine Gemeinde mehr geben, in denen ein Straßenname an ihn erinnert.

Pressemitteilung des Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderunge vom 18.01.2021 (Link): Stellung beziehen gegen extreme Ausgrenzung!