Landeshaushalt: Wir fordern mehr Geld für Volkshochschulen

Die Volkshochschulen sind durch Corona besonders gebeutelt: Tagungen und Seminare mussten abgesagt werden, Kurse sind ausgefallen und bereits bezahlte Gebühren mussten erstattet werden, bereits begonnene Kurse mussten abgebrochen werden. Andere Kurse konnten zwar in den virtuellen Raum verlagert werden, verloren aber an didaktischer Qualität. Sprachkurse, ein Hauptstandbein unserer Volkshochschulen, leben von der direkten Begegnung, die es möglich macht, z.B. Mängel in der Aussprache zu erkennen und zu korrigieren. Das geht per Monitor und Mikro viel schlechter. Das trifft ganz besonders auf die Kurse für Deutsch als Zeitsprache zu, für die viele Teilnehmer zuhause nicht über die notwenige Technik verfügen. Dabei sind die Aufträge an die Volkshochschulen, sich z.B. durch die Einrichtung von Grundbildungszentren weiterzuentwickeln, noch gar nicht eingepreist.

Und über eines gibt es keinen Zweifel: die Volkshochschulen werden in die Bresche springen müssen, um dabei zu helfen, das auszugleichen, was an Bildungsqualität wegen Corona verloren gegangen ist. Das geht nicht ohne finanzielle und personelle Mittel. Die Regierung hat in der Nachschiebeliste in den Haushaltsberatungen 60.500 € für Personalkostensteigerungen bei den Volkshochschulen eingesetzt. Wir als SPD-Fraktion sagen ganz klar: Das reicht nicht. Deshalb haben wir in der Februar-Sitzung im Landtag eine höhere Unterstützung gefordert. Leider waren die Jam

Wenn wir die Erwachsenenbildung als eigenständige Säule unseres Bildungssystems anerkennen, müssen wir sie auch entsprechend finanzieren. Wir gehen bewusst nicht den Schritt, den der SSW mit einem 3-Millionen-Programm für die Digitalisierung gehen will, weil wir die Neuverschuldung nicht noch weiter hochtreiben wollen. Unser Antrag ist maßvoll, aber auch notwendig. Wir stellen uns damit auf die Seite der vielen Menschen, die im Haupt- und Nebenamt an den Volkshochschulen arbeiten, und auf die Seite von noch weit mehr Menschen, die auf die Angebote der Volkshochschulen angewiesen sind. Es ist daher sehr bedauerlich, dass die Jamaika-Fraktionen unserem Vorschlag nicht zustimmen wollten.