Landespolizei Schleswig-Holstein: Rechtsextreme Chats aufgeflogen

Rechtsextreme, rassistische und menschenfeindliche Inhalte in Chats von Polizisten der Landespolizei – die Hoffnung, dass wir in Schleswig-Holstein von solchen Meldungen verschont bleiben, ist heute im Innen- und Rechtsausschuss zerschlagen worden.

Das Innenministerium und die Polizei SH haben heute über zwei Ermittlungskomplexe mit insgesamt vier beteiligten Polizeibeamten berichtet. Dabei ist ein Beschuldigter in der PolizeidirektionKiel tätig gewesen, die anderen drei Polizeibeamten in Neumünster.

Der erste Ermittlungskomplex wurde im Sommer 2020 polizeiintern bekannt und beschäftigt sich mit einem Polizeibeamten, der sich des Verrats von Dienstgeheimnissen schuldig gemacht haben soll. Dies erfolgte über eine WhatsApp-Gruppe mit Außenstehenden aus der rechtsextremen Szene. Zudem wurden rechtsextreme, fremdenfeindliche und menschenverachtende Nachrichten, Bilddateien und Videos verschickt. Nach dem ersten Verdacht wurden Durchsuchungen eingeleitet, bei denen unter anderem Nazi-Erinnerungsstücke, antisemitische Zeitungsausschnitte, Munition und Fotomontagen des Beschuldigten mit Adolf Hitler vor dem Pariser Eiffelturm sichergestellt wurden. Hierbei ist also eine klare Verbindung zur rechtsextremen Szene erkennbar. Laut Untersuchungen des LKA ist hier aber kein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der Landespolizei vorhanden.

Der zweite Ermittlungskomplex hat keine Verbindung zum ersten und wurde durch eine anonyme Anzeige von der Staatsanwaltschaft aufgegriffen. Zunächst war nur ein Polizeibeamter im Fokus der Untersuchungen, durch weitere Untersuchungen von WhatsApp-Nachrichten kamen zwei weitere Polizeibeamte hinzu. Auch hier wurden rechtsextreme, fremdenfeindliche und menschenverachtende Nachrichten, Videos und Bilder geteilt. Alle Beamten sind mittlerweile außer Dienst.

Aufgeflogen sind die rechtsextremen Umtriebe durch andere Ermittlungen, nicht durch die dafür vorgesehenen Frühwarnsysteme der Polizei. Wie konnte die Gesinnung von vier Beamten längere Zeit übersehen werden? Wie können solche Fälle früher bemerkt werden? Welche Ausprägungen haben die Kontakte in die rechtsextreme Szene? Welche Rolle spielt eine Informationsweitergabe in rechte Kreise? Auch wenn Innenministerin Dr. Sütterlin-Waack, ihrem Ministerium und der Landespolizei für die umfängliche Information dank gilt, müssen diese Fragen geklärt werden. Sicherlich wird die eine oder andere Frage noch hinzukommen.

Gleichzeitig wird deutlich, dass wir keine einheitliche Definition von rechten Netzwerken haben. Die Innenministerin selbst wechselte im heutigen Ausschuss sporadisch ihre Formulierung bezüglich der Polizeibeamten in Neumünster. Um rechten Kräften in der Landespolizei keine Möglichkeit der Ausbreitung zu liefern, muss klar kommuniziert werden, ab wann von Netzwerken gesprochen wird.

Menschenfeindliche, rechtsextreme Einstellungen sind inakzeptabel – vor allem, wenn es sich um Polizist*innen handelt. Es bedarf einer weiteren umfangreichen Aufklärung. Und es wird wieder deutlich: Eine Studie zu Rechtsextremismus bei der Polizei ist und bleibt wichtig.

Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung zur L255

Runder Tisch Ammersbek

Die Verkehrssituation an der Ammersbeker Kreuzung an der Landesstraße 255 muss aufgrund der steigenden Verkehrsbelastung und durch die erschreckende Häufung von Unfällen unbedingt entschärft werden. Das war eines der Ergebnisse des Runden Tisches, zum dem der Landtagsabgeordnete Tobias von Pein zusammen mit der örtlichen SPD und Ortsvereinsvorsitzenden Sven Schäfer sowie Rita Thönnes als Fraktionsvorsitzende eingeladen hatte. „Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung zur L255“ weiterlesen

Steigende Zahl von Wohnungseinbruchdiebstählen ist große Herausforderung

Am Montag traf der Ahrensburger SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein den Leiter der Polizeizentralstation Ahrensburg, Norbert Patzker sowie den Ahrensburger Leiter der Kriminalpolizei Ralf Lorenzen und den Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg-Stormarn, Michael Wilksen zu einem Gespräch in Ahrensburg. Themen waren u.a. die Sicherheitslage im Raum Stormarn-Mitte, die Personalsituation der Polizei und die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen. „Steigende Zahl von Wohnungseinbruchdiebstählen ist große Herausforderung“ weiterlesen